Unsere Reise nach Ungarn im Mai 2026 war geprägt von bewegenden Begegnungen, intensiven Eindrücken und Momenten voller Hoffnung – aber auch von Bildern, die uns tief erschüttert haben.
In wenigen Tagen durften wir mehrere unserer langjährigen Partner vor Ort besuchen, bestehende Projekte begleiten und dort helfen, wo Unterstützung dringend gebraucht wird. Dabei konnten wir nicht nur wichtige Spenden übergeben, sondern vor allem sehen, was unsere gemeinsame Hilfe bewirkt.
Ein erster Halt führte uns zu unserem Partnertierheim in Székesfehérvár, wo wir der Tierheimleitung ein ganz besonderes Geschenk eines Adoptanten überreichen durften – ein kleiner Moment voller Dankbarkeit und Verbundenheit, der uns alle sehr berührt hat.
Anschließend besuchten wir den Tierschutzhof Hoffnung – einen Ort, der seinem Namen alle Ehre macht. Hier finden Hunde Sicherheit, medizinische Versorgung und vor allem Zeit: Zeit zum Ankommen, zum Heilen und zum Vertrauen lernen. Ein Ort, der Leben verändert – und der weiterhin dringend auf dauerhafte Unterstützung angewiesen ist.
Ein besonders eindrucksvoller Teil unserer Reise führte uns in den Osten Ungarns nach Nyíregyháza zu unserer Partnerin Betty Vidra. Was sie dort Tag für Tag leistet, ist kaum in Worte zu fassen. In einer Region, in der Armut und fehlendes Bewusstsein für Tierschutz noch immer große Herausforderungen darstellen, kämpft sie unermüdlich für jedes einzelne Leben.
Wie viel Herzblut Betty in ihre Arbeit steckt, konnten wir auch bei einem ganz besonderen Wiedersehen erleben: Gandalf war extra gekommen, damit wir ihn treffen konnten. Dieser tapfere Kämpfer wird aktuell von Betty liebevoll bei sich zu Hause versorgt. Seine Wunden müssen weiterhin regelmäßig behandelt werden, doch mit seinem Rolli entdeckt er bereits wieder ein Stück Lebensfreude. Für seinen weiteren Weg braucht Gandalf dringend individuell angepasste Orthesen – Kostenpunkt etwa 4.000 Euro pro Bein. Ein langer Weg liegt noch vor ihm – aber Gandalf kämpft. Und er macht das großartig. 💛
Gemeinsam besuchten wir auch eine Tötungsstation.
Ein Ort, den man nicht vergisst.
Und manchmal bekommt diese Realität ein Gesicht.
Zum Beispiel Tammy.
Eigentlich wollten wir bei unserem Besuch in der Tötungsstation fünf Hunde retten – am Ende war Tammy Nummer Sechs. Eine unscheinbare Hündin, still und zurückhaltend, die uns sofort berührte. Erst nach ihrer Rettung wurde klar, wie dramatisch ihr Zustand wirklich war: Neben Herzwürmern litt sie an einer schweren Gebärmutterentzündung – obwohl sie laut Unterlagen bereits kastriert gewesen sein sollte. Ihre Gebärmutter war vollständig mit Eiter gefüllt und wog unglaubliche 1,6 Kilogramm. Nur eine Notoperation rettete ihr das Leben. Tammy kämpft sich nun Schritt für Schritt zurück – und zeigt uns jeden Tag, warum sich jeder Einsatz lohnt.
Doch nicht nur dort begegneten uns erschütternde Bilder. Auch in unseren Partnertierheimen sahen wir sie immer wieder: zahlreiche sogenannte Listenhunde, viele Schäferhunde, viele beschlagnahmte vernachlässigte Hunde – Tiere, die vermutlich niemals ein Zuhause finden werden und die Tierheime oft nur noch tot verlassen.
Woher kommen diese Hunde?
Viele stammen aus illegalem oder unkontrolliertem Handel, aus Vermehrung, aus gescheiterten „Statussymbol-Haltungen“ oder werden schlicht aussortiert, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Manche landen auf der Straße, andere direkt in Tötungsstationen. Wer das überlebt, schafft es manchmal in ein Tierheim – doch dort beginnt oft ein anderes lebenslanges Schicksal: Versorgung statt Familie. Sicherheit statt Zuhause. Überleben statt Leben.
Die Situation der Straßenhunde und Tierheime in Ungarn bleibt dramatisch. Zwar engagieren sich viele Tierschützer mit unglaublichem Einsatz, doch Überfüllung, fehlende Kastrationen, Aussetzungen und unzureichende staatliche Unterstützung führen weiterhin dazu, dass tausende Hunde jedes Jahr in Tötungsstationen landen.
Und dennoch: überall trafen wir Hoffnung.
Wir trafen wundervolle Hunde – freundliche, sanfte Seelen, die trotz allem vertrauen und uns gezeigt haben, warum sich jeder Einsatz lohnt.
Aber wir trafen auch beeindruckende Menschen. Vor allem starke Frauen, die tagtäglich über ihre Grenzen hinausgehen, kämpfen, organisieren, retten und niemals aufgeben. Frauen, die oft im Verborgenen Unglaubliches leisten und ohne die unzählige Hunde keine Chance hätten.
Wir konnten Spenden übergeben, Projekte stärken und gemeinsam mit unseren Partnern konkrete Hilfe leisten. Doch diese Reise hat uns einmal mehr gezeigt: Unsere Arbeit endet nicht mit der Rückkehr nach Hause.
Sie beginnt dort oft erst richtig.
Denn hinter jedem geretteten Hund steht eine Geschichte.
Und hinter jeder Geschichte stehen Menschen, die nicht wegsehen.
Wie könnt ihr helfen?
Solche Reisen zeigen uns immer wieder: Veränderung ist möglich – aber nur gemeinsam.
Jede Rettung, jede medizinische Versorgung, jeder gefüllte Futternapf und jeder sichere Schlafplatz wird durch Unterstützung möglich. Am wirkungsvollsten helfen uns dabei Geldspenden, denn sie ermöglichen genau dort schnelle und gezielte Hilfe, wo sie gerade am dringendsten gebraucht wird – für Futter, Tierarztkosten, Transporte, Kastrationen und die Versorgung der Hunde vor Ort.
Aber auch das Teilen unserer Beiträge, das Erzählen von unserer Arbeit und das Sichtbarmachen dieser Hunde hilft enorm – denn Aufmerksamkeit rettet Leben.
Wer helfen möchte, schenkt nicht „nur“ eine Spende.
Er schenkt Hoffnung.
Zeit.
Sicherheit.
Und manchmal sogar ein ganz neues Leben. ❤️🐾
Danke, dass ihr diesen Weg mit uns geht.
Danke, dass ihr helft.
Danke, dass ihr Hoffnung schenkt.




