Herzwürmer (Dirofilariose)

Hat ein Hund Herzwürmer, ist das eine ernstzunehmende Diagnose. Trotzdem ist diese Erkrankung kein Todesurteil – ein Hund kann ein ganz normales Leben nach der Behandlung führen. Leider tritt diese Erkrankung häufiger auf, weshalb wir im Speziellen hier darüber aufklären wollen.

Filariose

Hierbei handelt es sich um verschiedene Erkrankungen, die durch eine Infektion mit parasitischen Fadenwürmern (Filarien) hervorgerufen werden. Es gibt 5 verschiedene Filarienarten: Herzwurm (Dirofilaria immitis), Hautwurm (Dirofilaria repens), Acanthocheilonema reconditum, Cercopithifilaria grassii/bainae und Dipetalonema dracunculoides. Der Haut- und Herzwurm sind mitunter die am häufigsten auftretenden Filarienarten.

Die Übertragung der infektiösen Larven erfolgt ausschließlich durch den Stich verschiedener Insekten (insbesondere Stechmücken), die als Zwischenwirt oder Vektor dienen. Verschiedene Arten der Filarien lösen unterschiedliche Typen der Filariose aus. Eine direkte Übertragung von Hund zu Hund ist ausgeschlossen – es wird immer der Umweg über eine Mücke benötigt.

In den Partnertierheimen werden Herzwürmer via Snaptest diagnostiziert und bei positivem Befund mit der „Slow-Kill“-Methode behandelt, die nahtlos in Deutschland fortgeführt werden kann.

Die „Slow-Kill“-Methode

Die Behandlung erstreckt sich über 8–12 Monate und kombiniert Doxypharm/Doxycyclin mit Advocate/Moxiclear:

  • Doxypharm / Doxycyclin: Tötet Wolbachien-Bakterien ab, welche die Würmer für ihre Entwicklung und ihr Überleben zwingend benötigen. Dadurch werden die Parasiten unfruchtbar und sterben nach und nach ab.
  • Advocate / Moxiclear: Bekämpft die im Blut zirkulierenden Mikrofilarien (Larven) und schwächt durch den Wirkstoff Moxidectin zeitgleich die adulten (erwachsenen) Würmer.

Der Weg zur Genesung

Nach Abschluss der Behandlung erfolgt ein Kontrolltest über den Vereinstierarzt. Nach einem negativen Ergebnis wird ca. 6 Monate später ein Knott-Test empfohlen, gefolgt von jährlichen Routineuntersuchungen. Bei einem positiven Test wird die Medikamentengabe fortgesetzt.

Warum kann ein Hund trotz negativem Ausreisetest später positiv sein?

Ein negativer Test im Herkunftsland ist immer nur eine Momentaufnahme. Dass ein Hund später dennoch positiv getestet werden kann, hat zwei wichtige Gründe:

  • Gefahr bis zur letzten Minute: Eine Infektion durch infizierte Mückenstiche ist im Herkunftsland jederzeit möglich – theoretisch bis zum Tag der Abreise.
  • Die biologische Lücke (Inkubationszeit): Die Larven des Herzwurms benötigen nach dem Mückenstich 6 bis 7 Monate, um sich im Körper zum erwachsenen (adulten) Wurm zu entwickeln. Da die gängigen Schnelltests im Blut ausschließlich auf Proteine erwachsener weiblicher Würmer reagieren, bleibt eine frische Infektion in den ersten Monaten im Labor komplett unsichtbar.

Unsere Empfehlung für maximale Sicherheit:

Um gesundheitliche Risiken für Ihr neues Familienmitglied lückenlos auszuschließen, empfehlen wir Adoptanten folgendes Test-Schema:

  • Schritt 1: 2 bis 3 Wochen nach der Ankunft
    • Lassen Sie einen ersten Check beim Haustierarzt durchführen – am besten direkt in Verbindung mit einem großen Blutbild inklusive Organwerten. Für den Herzwurm ist es zu diesem Zeitpunkt zwar noch zu früh, aber andere typische Reisekrankheiten (wie Ehrlichiose oder Anaplasmose) haben kürzere Inkubationszeiten und lassen sich so frühzeitig erkennen. Zudem zeigt das Blutbild sofort, wie der Hund den Reisestress verkraftet hat und ob versteckte Entzündungen oder eine Blutarmut vorliegen.Schritt 2: 6 Monate nach der Ankunft (Der wichtigste Wiederholungstest!)
  • Nach einem halben Jahr in Deutschland steht der entscheidende Nachtest an. Dies ist aus zwei Gründen zwingend erforderlich:
    • Aufgrund der 6- bis 7-monatigen Entwicklungszeit der Herzwürmer können wir erst jetzt einen Befall, der kurz vor der Ausreise stattgefunden hat, medizinisch sicher ausschließen.
    • Auch die Leishmaniose hat eine sehr lange Inkubationszeit und zeigt sich im Labor oft erst Monate nach der Infektion. Da eine unserer Herkunftsregionen (Pitești, Rumänien) betroffenes Gebiet ist, ist dieser vollständige „Mittelmeer-Check“ nach 6 Monaten die einzige Methode, um eine versteckte Infektion rechtzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.