Wärend unserer Ungarnreise im Mai besuchten wir unter anderem unsere Partnerin Betty Vidra in Nyiregyhaza.
Diese östliche Region Ungarns, nahe der Ukraine ist eher ärmlich und Betty kämpft dort mit noch ganz anderen Problemen als unsere Partner weiter westlich.
Das Hunde fühlende Wesen sind, die wie bei uns zur Familie gehören ist dort meist noch nicht die Normalität. Oft findet und rettet Betty dort Hunde aus verlassenen Hinterhöfen, die dort Jahre lang an der Kette hingen, um irgendwas zu bewachen. Oder sie sammelt angefahrene Hunde ein, die einfach liegen und ihrem Schicksal überlassen werden. Die Liste ihrer Erlebnisse ist lang und umfasst grausame Quälereien. Betty kämpft um jede Seele und die Happy Ends geben ihr die nötige Kraft immer weiter zu machen.
Betty ist unglaublich! Nachdem wir sie einen Tag begleiten durften dachte ich: ihr Tag hat mindesten 72 Stunden. Was sie dort leistet, organisatorisch, mental und mit eigener Hände Arbeit ist sensationell. Ihr großes Ziel ist die Abschaffung der Tötungsstationen. Dafür setzt sie sich auch politisch ein, sucht den Austausch mit Verantwortlichen und steht in engem Kontakt mit den Tötungsstationen vor Ort. Bis dieses Ziel erreicht ist, kämpft sie gleichzeitig unermüdlich für eine Verbesserung der „Lebensumstände“ der Hunde in den Tötungen und versucht, für jede einzelne Seele eine Perspektive zu schaffen.
In ihrem eigenen Tierheim, was rein Spendenfinanziert arbeitet, nimmt sie regelmäßig Hunde auf und kümmert sich um die medizinische Versorgung und weiter Vermittlung zum Beispiel an unseren Verein. Aktuell wartet Levin von ihr auf einer unserer Pflegestellen.
Desweiteren macht sie Tötungshunde auf ihrer Plattform sichtbar und verschafft ihnen so eine Chance auf Vermittlung, die sie auch noch tatkräftig unterstützt. So auch uns bei dem sehr emotionalen Besuch einer Tötungsstation im Landkreis Szabolcs, wo wir in 30 Minuten aus über 50 Hunden 3 aussuchen wollten. Der Wille war da. Letztlich wurden es sechs liebe Seelen, einschließlich Tammy
Tammy hat es geschafft. Sie durfte direkt mitkommen und die Tötung hinter sich lassen. Die anderen fünf Schätze; Boby, Makos, Hamvas, Kido und Malyva; brachte Betty wenige Tage später auf den Tierschutzhof Hoffnung, wo sie nach der Quarantäne geimpft und ggf. kastriert werden können und dann ihren eigenen Menschen suchen.
Eine große Freude war für uns das Treffen mit Gandalf, den wir mit Hilfe zahlreicher Spenden bei der Genesung unterstützen und sogar den Rolli kaufen konnten. Betty hatte ihn extra mitgebracht und Janina durfte mit ihm Gassi „rennen“. Gandalf ist so ein lieber, großartiger Kerl, voller Lebensfreude. Betty pflegt ihn bei sich zu Hause, dort werden seine Wunden weiter versorgt und bald darf er – mit eurer Unterstützung – auf eine angepasste Orthese hoffen, für deren Finanzierung wir aktuell noch Spenden sammeln.
Und dann – wenn medizinisch alles abgeschlossen ist und Gandalf bereit für seinen nächsten großen Schritt ist – sucht auch dieser wunderbare Kämpfer sein eigenes Zuhause. Ein Zuhause, das ihm zeigt, wie schön ein Hundeleben sein kann: mit Geborgenheit, Liebe und Menschen, die ihn nie wieder im Stich lassen. Nach allem, was er erlebt und überstanden hat, wünschen wir ihm von Herzen genau dieses Happy End. Und wir sind sicher: Gandalf wird seinen Menschen finden. ❤️

































