EU-Heimtierausweis & Mikrochip

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Familienmitglied! Wenn Ihr Hund auszieht und die große Reise nach Deutschland antritt, bringt er wichtige Dokumente und eine eindeutige Kennzeichnung mit. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen ganz einfach, was im blauen EU-Heimtierausweis steht und warum die Registrierung des Mikrochips nach dem Einzug der wichtigste Schritt für die Sicherheit Ihres Hundes ist.

EU-Heimtierausweis: Das wichtigste Dokument

Seit dem 3. Juli 2004 ist der blaue EU-Heimtierausweis Pflicht für grenzüberschreitende Reisen innerhalb der Europäischen Union. Er ist der offizielle „Personalausweis“ Ihres Hundes und dokumentiert seinen gesamten Impfschutz.

Alle unsere Hunde reisen mit einem international gültigen, blauen EU-Heimtierausweis aus.

Wichtiger Hinweis: Manche Hunde haben im Tierheim zunächst noch ihren ursprünglichen nationalen Pass (z. B. den ungarischen „grünen Pass“). Der blaue EU-Ausweis wird dann erst kurz vor der Ausreise ausgestellt. Bitte bewahren Sie beide Dokumente sorgfältig auf, da ältere Impfungen oder das Kastrationsdatum manchmal ausschließlich im alten nationalen Pass dokumentiert sind.

Hier finden Sie eine Übersicht, was auf den einzelnen Seiten eingetragen ist:

Seite I     Angaben zum Besitzer

  • Der Name sowie die Adresse des Halters
  • Trag bitte nach erhalt des Passes deine Daten ein

Seite II     Beschreibung des Tieres

  • Hier kannst du ein Foto einkleben, was auch sinnvoll ist.
  • Name des Tieres
  • Der Hundename darf von dir geändert werden. Alle anderen Daten sind vom Tierarzt eingetragen und dürfen nicht geändert werden.
  • Tierart und Rasse (geschätzt)
  • Geburtsdatum (meistens geschätzt!)
  • Geschlecht
  • Farbe

Hinweis: Bei manchen Hunden ist das Kastrationsdatum im nationalen (bspw. ungarischen „grünen“) Heimtierausweis auf Seite II eingetragen. Im blauen EU-Heimtierausweis findet sich stattdessen auf Seite II unter dem Geschlecht lediglich der Eintrag „neutered male“ bzw. „neutered female“ (oder eine vergleichbare Bezeichnung). Ein fehlendes Kastrationsdatum im EU-Heimtierausweis unter „Seite XII  Verschiedenes“ bedeutet daher nicht, dass die Kastration nicht dokumentiert wurde.

Seite III     Kennzeichnung des Tieres

  • Die Nummer des Mikrochips (15 stellig, weltweit einmalig)
  • Stelle und Datum der Implantation. Meistens linke Halsseite. 

Seite IV Angaben zum ausstellenden Tierarzt

  • Adresse und Daten des Tierarztes, der den Ausweis ausgestellt und den Microchip implantiert hat.

Seite V  Tollwutimpfung

  • Alle Impfungen dürfen grundsätzlich nur vom Tierarzt eingetragen werden
  • Der Aufkleber belegt den Impfstoff, mit dem der Hund behandelt wurde
  • Handschriftlich werden eingetragen unter 
    • Datum der Impfung
    • Datum, ab wann die Impfung gültig ist (21 Tage nach Impfung, kann bei regelmäßigen Impfungen ab der zweiten Impfung ausgelassen werden)
    • Datum, wann die Impfung wiederholt werden muss
  • Hinweis: Der in Ungarn genutzte Impfstoff ist in der Regel der gleiche der in Deutschland geimpft wird. Auf Grund von Tollwutfällen in Ungarn wird dort jedoch im Gegensatz zu Deutschland jährlich geimpft – in Deutschland ist der gleiche Impfstoff 3 Jahre gültig.
  • Ob du deinen Hund dennoch bereits nach einem Jahr impfst hängt davon ab ob du bspw. reisen möchtest. In den meisten europäischen Ländern ist eine aktuelle Tollwut Impfung Pflicht. Bitte informiere dich vor Antritt einer Reise über die örtlichen Vorschriften.

Seite VII  Behandlung gegen Würmer und Darmparasiten

  • Unsere Hunde werden alle, vor Abreise, gegen Würmer/Darmparasiten behandelt
  • Trotzdem können vor allem bei den Welpen noch Würmchen vorkommen. In diesem Fall wenden Sie sich ggfs. an Ihren Tierarzt
  • Hier darfst du Wurmkuren selbst vermerken

Hinweis: Nicht jede vor der Ausreise durchgeführte Entwurmung wird nachträglich in den blauen EU-Heimtierausweis übernommen. Bitte bewahre deshalb auch den nationalen (bspw. ungarischen „grünen“) Heimtierausweis gut auf.

Seite VIII  Behandlung gegen Flöhe und Zecken

  • Meistens werden die Hunde bei Ankunft im Tierheim mit einem Spot On behandelt, da Sie dann aber in der Regel noch keine EU-Pass besitzen wird das nicht immer nachträglich eingetragen
  • Trotz Behandlung können noch Flöhe/Zecken vorkommen auch müssen die Mittel je nach Tier mehrfach im Jahr verabreicht werden
  • Da sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf in einem Risikogebiet für „Zecken-Erkrankungen“ befindet solltest du dich und ihr Tier ausreichend vor Zeckenbissen schützen
  • Hier darfst du Floh/Zeckenbehandlungen selbst eintragen

Seite IX  Andere Impfungen

  • Diese Impfungen sind gesetzlich NICHT vorgeschrieben (im Gegensatz zu Tollwut). Da wir diese Impfungen für sehr wichtig erachten, werden alle unsere Hunde vor Ausreise mit sogenannten Kombi Impfstoffen versorgt.
  • Erwachsene Hunde werden einmal, Welpen mehrfach geimpft.
  • D = Staupe, H = Hepatitis, P = Parvovirose, Pi = Parainfluenza L = Leptospirose
  • Datum der Impfung
  • Datum, wann die Impfung wiederholt werden soll

Seite X  Bescheinigung der (Aus-) Reisefähigkeit

  • Jeder Hund muss, vor Ausreise, von einem örtlichen Amtsarzt untersucht werden, der dann die Reisefähigkeit, auf dieser Seite bescheinigt. Sie sagt aus, dass der Hund gesund und reisefähig ist.
  • Erst dann erhält der Hund auch seine Dokumentation in der TRACES Bescheinigung.

Seite XII  Verschiedenes

Hinweis: Ist auf dieser Seite kein Kastrationsdatum eingetragen, obwohl dein Hund bereits kastriert ist, lohnt sich ein Blick in den zusätzlich mitgegebenen nationalen (bspw. ungarischen „grünen“) Heimtierausweis. Dort ist das Datum unter II DATA OF THE ANIMAL „Date of neutering“ dokumentiert.
Ist auf dieser Seite kein Ergebnis des Snaptests (Reisekrankheiten/Herzwurmtest) eingetragen, lohnt sich ein Blick in den zusätzlich mitgegebenen nationalen (bspw. ungarischen „grünen“) Heimtierausweis. Dort ist das Ergebnis bei manchen Hunden unter III IMPORTANT NOTES dokumentiert.

Beispielseiten eines EU-Heimtierausweises

Der Mikrochip: Die Lebensversicherung Deines Hundes

Für die Kennzeichnung von Tieren gibt es zwei Möglichkeiten: Die unter Narkose stattfindende Tätowierung in die Ohren oder in seltenen Fällen auch in die Schenkelinnenseite des Tieres und das Einsetzen eines Transponders, der umgangssprachlich auch Chip genannt wird. 

Was ist ein Transponder?
Ein Transponder ist ein passives Funk-Kommunikationsgerät. Er nimmt Signale auf und sendet automatisch eine Antwort. Seine Energieversorung erhält er durch eine Sende- oder Empfangseinheit, also beispielsweise durch ein entsprechendes Transponderlesegerät, das in der unmittelbaren Nähe aktiviert wird. Der Transponder, der zur Kennzeichnung von Hunde und Katzen eingesetzt wird, ist in etwa so groß wie ein Reiskorn, also etwa 12 Millimeter. Mittlerweile gibt es aber auch noch kleinere Transponder.

Woraus besteht der Transponder?
Umgangssprachlich wird der Transponder häufig einfach Chip genannt. Obwohl die Bezeichnung in der Regel verstanden wird, ist sie nicht ganz korrekt, denn der Mikrochip ist nur Teil des Transponders. Darauf enthalten ist eine 15-stellige Nummer, die einmalig ist und bei seriösen Herstellern gemäß ISO-Norm entweder mit einem Code des Herstellers oder einer Länderkennung beginnt. Der Transponder besteht weiterhin aus einer Antenne, die wie eine Spule aufgerollt wird und einer luftdichten Ummantelung aus widerstandsfähigem Bioglas.

Registrierung muss sein
So raffiniert die Technologie des Transponders auch ist: Ohne eine Registrierung bei TASSO oder Findefix ist es sinnlos, einen Hund oder eine Katze mit einem Transponder kennzeichnen zu lassen. Erst wenn die an sich wenig aussagekräftige 15-stellige Nummer an einer zentralen Stelle (also in der TASSO-Datenbank) gemeinsam mit den Daten des Tierhalters hinterlegt wird, kann ein Tier eindeutig seinem Halter zugeordnet werden. Es ist daher wichtig, dass das Tier sobald du es adoptiert hast registriert wird.

Besteht beim Einsetzen Verletzungsgefahr?
Der Transponder wird so flach unter die Haut in das Gewebe injiziert, sodass keine Nerven, Organe oder Gefäße verletzt werden können.

Kann der Chip​ im Körper des Tieres wandern?
Der Transponder sitzt an der linken Halsseite und verwächst schnell mit dem umliegenden Gewebe. Die Injektionsstelle sollte dennoch in den ersten Tagen in Ruhe gelassen werden. Mit einem Gewicht von deutlich unter 1 Gramm kann sich der Transponder vom Injektionsort im Allgemeinen nicht wegbewegen. 

Gibt der Chip Strahlung ab?
Schon aus technischen Gründen ist es nicht möglich, dass der Transponder Strahlungen abgibt. Die Kupferspule im Transponder wird für Sekundenbruchteile durch harmlose Radiowellen aktiviert, wenn ein Lesegerät in die Nähe kommt, und wirkt dann als Antenne. Er enthält aber weder eine Batterie noch einen Akku oder eine andere eigene Energiequelle.

Ist der Chip krebserregend?
Es gibt nicht eine einzige Studie, die darauf hinweist, dass der Chip Krebs erregen würde. Darüber hinaus haben wir von keinem Halter der über 10 Millionen bei uns registrierten Tieren einen Hinweis darauf bekommen. Wird der Chip sach- und fachgerecht implantiert, verursacht er keine Schäden.

Können auf dem Chip Daten gespeichert werden?
Der Chip zeigt beim Ablesen eine 15-stellige Nummer. Weitere Daten sind nicht vorhanden, und das ergibt sich aus einem ganz praktischen Grund: Der Transponder wird vom Hersteller zu Tausenden produziert und an die Tierärzte verkauft. Bei der Herstellung ist völlig offen, welcher Transponder zu welchem Tierarzt kommt oder gar in welches Tier er injiziert wird.

Kann mein Tier durch den Chip geortet werden?
Da der Chip keine eigene Energiequelle hat und selbst aktiv keine Strahlung abgibt, ist eine Ortung nicht möglich. Der Transponder wird erst durch ein spezielles Lesegerät aktiviert, um dann die Informationen (also die 15-stellige Nummer) an dieses zu senden.

Wie lange hält der Chip?
Der Chip hält ein Tierleben lang, nutzt sich nicht ab und behindert das Tier in keiner Weise. Auch bei Verletzungen des Tieres wird er nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: https://www.tasso.net/Tierregister/Das-TASSO-Prinzip/Rund-ums-Chippen-und-Taetowieren